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Jetzt durchstarten

Lebensmittelindustrie

Die Lebensmittelindustrie hat viele Jobs im Repertoire: Vom Innovationsmanager und Lebensmitteltechnologen über Wirtschaftswissenschaftler bis hin zum „klassischen“ BWLer – sie alle haben beste Chancen einzusteigen.
Zum Beispiel über Traineeprogramme, Praktika oder per Direkteinstieg.

In kaum einer anderen Branche ist das Spektrum der Berufe so breit gefächert wie in der Produktion von Lebensmitteln und Getränken. Nicht nur Bäcker, Fleischer oder Fachkräfte für Lebensmitteltechnik sind begehrt. Wer einen Uniabschluss in der Tasche hat, kann sofort im mittleren Management loslegen. Die Komplexität der Prozesse bei der Entwicklung, Vermarktung und Bereitstellung von Lebensmitteln und Getränken erfordert den Einsatz interdisziplinärer Fachleute. Sie müssen nicht nur über fundierte betriebswirtschaftliche Kenntnisse in den Bereichen Innovationsmanagement und Marketing verfügen, sondern auch die Anwendung der technologischen Verfahren und somit die Entwicklung, Herstellung und Haltbarmachung von Lebensmitteln beherrschen. Sie sind verantwortlich für das Produktions-, Projekt-, Verpackungs- und Qualitätsmanagement und kümmern sich darum, dass die Produkte immer den höchsten Standards entsprechen, sicher verpackt werden und möglichst umweltschonend am Ende der Lieferkette ihren Bestimmungsort erreichen. Technikaffine und wissenschaftliche Talente zu fördern, ist deswegen Teil der Unternehmensphilosophie vieler Betriebe in der Branche.

apetito: Vom Praktikanten zur Führungskraft von morgen

Als Kontaktbörse nutzen die Unternehmen die eigene Website, um Fach- und Führungskräfte zu rekrutieren. Gut beraten sind Absolventen daher, wenn sie bei ihrer Jobsuche nicht nur auf die großen Onlineportale wie Stepstone und Monster vertrauen. Neben Möglichkeiten für den Direkteinstieg in den Job finden sich auf den Internetseiten Angebote für Praktika bis hin zu internationalen Trainee-Programmen. Bei apetito haben Job-Anwärter zum Beispiel die Chance, über ein Praktikum in das Familienunternehmen als Führungskraft von morgen einzusteigen. Ein Hochschulpraktikum, etwa in den Bereichen Marketing, Einkauf, Controlling, Qualitätsmanagement, Unternehmenskommunikation & PR oder Produktentwicklung dauert in der Regel zwischen drei und sechs Monaten. Während dieser Zeit unterstützen die jungen Talente ihren künftigen Arbeitgeber und übernehmen eigenverantwortliche Projekte. Je nach Studienabschluss verdienen sie dabei so viel wie die Auszubildenden im Unternehmen. Zudem bietet apetito ein duales Studium zum Bachelor of Arts oder Bacherlor of Science an der Hochschule Osnabrück am Standort Lingen an. Dass ein großer Teil der Absolventen nach ihrem Abschluss dem Unternehmen erhalten bleiben, ist apetito wichtig. Insgesamt beschäftigt der Konzern in Deutschland, Großbritannien und anderen internationalen Gesellschaften rund 8.700 Mitarbeiter. „Im Fokus unserer Personalarbeit steht weiter das Gewinnen, Entwickeln und Binden passender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so apetito Vorstandssprecher Guido Hildebrandt auf der Jahrespressekonferenz in Düsseldorf. Mit verschiedenen Maßnahmen verfolge man daher das Ziel, die Attraktivität als Arbeitgeber weiter zu steigern. „Wollen wir auch zukünftig die besten Mitarbeiter für uns gewinnen, müssen wir uns im hart umkämpften Arbeitsmarkt behaupten und immer wieder herausstellen“, betont Hildebrandt. Weitere Informationen unter: www.apetito.de

Müller: In 18 Monaten perfekt vorbereitet

Ob im Marketing, in der Marktforschung oder im Bereich Finanzen: Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, suchen die Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft Experten der unterschiedlichsten Fachrichtungen. So auch Theo Müller. Was 1896 mit einer Dorfmolkerei im bayerischen Aretsried begann, ist heute ein international führender Konzern mit über 27.500 Mitarbeitern und sechs Milliarden Euro Umsatz. Absolventen, die den Weg als Trainee zu Theo Müller finden, werden innerhalb von 18 Monaten bestmöglich auf ihre zukünftigen Aufgaben und das internationale Geschäft im Konzern vorbereitet. Dabei wechseln die Trainees alle drei bis sechs Monate in eine neue Abteilung, arbeiten national und international in ihrem Schwerpunktgebiet und in angrenzenden Fachbereichen und erhalten so Einblicke in die gesamte Prozesskette. Während dieser Zeit profitieren sie von einem intensiven Schulungsprogramm. Sie erhalten Feedback durch ihre Fachbetreuer und werden durch einen Mentor aus dem Management unterstützt. Absolventen, die sich für ein solches Programm qualifizieren wollen, sollten einen Abschluss in Wirtschafts- oder Sozialwissenschaften, Lebensmitteltechnologie, -chemie, -technik oder einer vergleichbaren Fachrichtung mitbringen. Ebenso wichtig für die Auswahl sind Praktika, Erfahrungen im Ausland sowie sehr gute Englischkenntnisse. Weitere Informationen zu den Trainee-Programmen in den Bereichen Marketing, Human Ressources oder Quality Management unter: karriere.muellergroup.com

Zott: Als Junior direkt durchstarten

Die Ausbildung von Nachwuchskräften im eigenen Haus hat auch bei Zott eine lange Tradition. Damit wirkt die Molkerei dem Fachkräftemangel entgegen. Das Familienunternehmen beschäftigt rund 3.100 Mitarbeiter und vertreibt seine Produkte in mehr als 75 Ländern der Welt und gehört heute zu den führenden Molkereien Europas. Die bekanntesten Konzernmarken sind Monte, Sahnejoghurt, Jogobella, Primo und Zottarella. Regelmäßig werden an den Standorten Mertingen und Günzburg Milchtechnologen, Milchwirtschaftliche Laboranten, Mechatroniker, Elektroniker für Betriebstechnik, Fachinformatiker, Fachkräfte für Lagerlogistik, Anlagenführer und Industriekaufleute ausgebildet. Wer als Dual-Student startet, hat zudem die Möglichkeit, sich zur hochqualifizierten Fach- und Führungskraft von morgen zu entwickeln.

Vielseitiger und verlässlicher Arbeitgeber

Die Ernährungsindustrie ist mit rund 600.000 Beschäftigten in über 6.000 Betrieben die viertgrößte Industrie in Deutschland. In den vergangenen Jahren wurde konstant Beschäftigung aufgebaut. Allein in 2017 kamen 15.000 neue Stellen dazu. Anders als in allen anderen deutschen Industrien werden in der Branche jedes Jahr hunderte von Tarifverträgen in den einzelnen Regionen und Teilbranchen abgeschlossen und neu verhandelt. Es gibt keinen anderen Wirtschaftsbereich hierzulande, der eine solch differenzierte Tarifpolitik betreibt. Zudem ist die Branche durch eine überdurchschnittlich hohe Tarifbindung gekennzeichnet. Rund 56 Prozent der Beschäftigten arbeiten in Betrieben, die den Branchentarif beziehungsweise einen Haus- oder Firmentarif anwenden. Die überwiegend kleinen und mittelständischen Betriebe, darunter zahlreiche Familienunternehmen, sichern hierzulande die angebotene Vielfalt von 170.000 Produkten zu bezahlbaren Preisen. Export und Innovationen sind die beiden größten Wachstumstreiber. Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, investiert die Branche so viel in Qualifikationsmaßnahmen und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter wie noch nie. Jährlich ermöglicht sie über 38.000 Auszubildenden den Start ins Berufsleben. Zudem bieten immer mehr Unternehmen duale Studiengänge an.

Der Studiengang, der in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heidenheim organisiert wird, schließt mit dem Abschluss „Bachelor of Engineering“ ab. Er beginnt an der Hochschule mit einer Präsenzphase. In der folgenden Studienzeit wechseln sich Theorie- und Praxiseinsätze ab. So gewinnen die Studenten einen umfassenden Einblick in die relevanten Geschäftsbereiche einer modernen, international agierenden Molkerei. Im fünften und sechsten Semester werden die Schwerpunktthemen der Spezialisierung noch intensiver erarbeitet. Young Professionals, die ihren Bachelor oder Master bereits in der Tasche haben, bietet Zott in unterschiedlichen Bereichen Junior-Funktionen als Direkteinstieg an. Weitere Informationen zu den ausgeschriebenen Stellen unter: www.zott-dairy.com

Bitburger: Programme für Einsteiger

Die Kernkompetenz der Bitburger Braugruppe ist neben dem Brauen von Bier, die Herstellung von Biermischgetränken und alkoholfreien Getränken. Die Gruppe vereint ein Portfolio aus nationalen und regionalen Marken sowie Brauereien in fünf Bundesländern. Die wichtigsten Exportländer sind Italien, China, Spanien, Großbritannien und die USA. Rund 1.800 Mitarbeiter sind für das deutsche Familienunternehmen tätig, das seinen Sitz in Bitburg in der Eifel in Rheinland-Pfalz hat. Rund 30 Kilometer von Trier und 70 Kilometer von Luxemburg entfernt wird hier seit 1817 gebraut. Hochschulabsolventen haben die Möglichkeit, über ein 18 bis 24-monatiges Traineeprogramm direkt in die Braukunst einzusteigen und erste Berufserfahrungen in ihrem Fachbereich zu sammeln. In der Regel ist das Programm auf zwei Jahre befristet. Wer ambitioniert ist und Talent, Engagement und Persönlichkeit zeigt, kann schnell verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen. Ziel ist es, die Teilnehmer unter anderem für die Übernahme einer Führungsposition an verschiedenen Standorten zu befähigen, sie unternehmensweit zu vernetzen und einen Austausch untereinander anzuregen. Seit 2012 wird außerdem jährlich ein „Azudent“ für ein duales Studium im Bereich Brau- und Getränketechnologie gesucht. Weitere Informationen zu den Einstiegsmöglichkeiten unter: www.bitburger-braugruppe.de

Popp Feinkost: Experten für Brotaufstriche

In Kaltenkirchen in Schleswig-Holstein bei Popp Feinkost will man dem Klassiker Abendbrot neuen Pfiff verleihen. Deswegen wird Kreativität bei dem Hersteller großgeschrieben und die Entwicklung neuer Feinkostsalate und Brotaufstriche hat einen hohen Stellenwert. Ob spannende Rezepte aus anderen Ländern oder Experimente in der eigenen Küche: alle Mitarbeiter sind eingeladen, Ideen zu entwickeln und die Erfolgsgeschichten der Produkte mitzuschreiben. Den Grundstein für das heutige Unternehmen legte Walter Popp 1920 in Dresden mit der Eröffnung eines kleinen Feinkostladens. 1960 bezog die Firma ihren heutigen Sitz in Schleswig-Holstein. Seit 1988 gehört die Marke Popp Feinkost zur Wernsing Food Family. Studenten, die an einem Praktikum in der Produktentwicklung interessiert sind, haben am Standort in Kaltenkirchen die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und sich Fertigkeiten, Fähigkeiten und Wissen anzueignen. Themen und Aufgaben ergeben sich aus aktuellen Projekten. Außerdem bietet Popp in Kooperation mit der Nordakademie in Elmshorn die dualen Studiengänge Wirtschaftsingenieurwesen und Betriebswirtschaftslehre an. In dem praxisorientierten Teil des dualen Studiums durchlaufen die Nachwuchstalente die diversen Ausbildungsabteilungen im Unternehmen. Die Theoriephase wird an der Nordakademie in Elmshorn von berufserfahrenen Professoren und Professorinnen geleitet. Popp übernimmt die Studiengebühren und zahlt zudem eine Ausbildungsvergütung. Weitere Informationen unter www.nordakademie.de und www.popp-feinkost.de.
 

Wolf: Fleischspezialisten bevorzugt gesucht

Mit seinen Thüringer und Bayerischen Wurstspezialitäten zählt das Familienunternehmen Wolf, mit Hauptsitz im bayerischen Schwandorf, zu den wichtigsten Herstellern von Wurstwaren in Deutschland. Rund 1.200 Mitarbeiter tragen an den Standorten in Schwandorf, Nürnberg und Schmölln zum Erfolg des Unternehmens bei. Ob als Metzgermeister in der Produktion, als Elektroniker in der Technik oder in einer Position in Vertrieb, Marketing, Werbung oder Buchhaltung – Wolf bietet Einsteigern vielfältige und abwechslungsreiche Jobs in den verschiedensten Bereichen. Gefragt sind vor allem Teamplayer, die gemeinsam Herausforderungen anpacken wollen. Absolventen, die als Trainee starten, bietet das Unternehmen beste Voraussetzungen für einen erstklassigen Karriereeinstieg und gute Perspektiven für die spätere berufliche Zukunft. In dem zwölfmonatigen Programm in den Bereichen Produktion, Qualitätssicherung oder Einkauf lernen sie neben den drei Produktionsstandorten, eine Vielzahl von Abteilungen kennen, arbeiten an Projekten und sammeln Erfahrungen für Ihre zukünftigen Aufgaben als Führungskraft. Ein persönlicher Mentor begleitet sie bei der Entwicklung zur Nachwuchsführungskraft. Bevorzugt gesucht sind Absolventen der Fachrichtungen Fleischtechnik, Prozesstechnik und Verarbeitungstechnik. Weitere Informationen unter: www.wolf-wurst.de

Böklunder: Studium und berufliche Ausbildung

Auch bei Böklunder geht es im wahrsten Sinne um die Wurst. Und das im ganz großen Stil. So führte die Würstchenfabrik, benannt nach dem Ort Böklund in Schleswig-Holstein, Ende der 1930er Jahre als erstes Unternehmen der Branche in Deutschland die weitgehend automatisierte Fertigung ein und initiierte damit den Vertrieb von Würstchen im Glas. Heute ist das Unternehmen Teil der „zur Mühlen Gruppe“ und bietet ein breites Spektrum von Wurstwaren, verpackt in Gläsern, Dosen oder SB-Packungen. Neben den klassischen Böklunder Würstchen in vielen Varianten gehören auch Bratwürste, Aufschnittpackungen und Convenience-Produkte dazu. Das macht die Norddeutschen zum Marktführer im Wurst- und Konserven-Bereich. Jährlich werden mehr als zehn junge Mitarbeiter bei Böklunder in kaufmännischen und technisch-gewerblichen Bereichen mit sehr guten Prüfungsergebnissen ausgebildet. Eine Übernahme nach der Ausbildung garantiert die Betriebsvereinbarung für mindestens ein Jahr. Viele ehemalige Auszubildende besetzen heute wichtige Funktionen im Unternehmen und leisten einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Unter den Fachkräften für Lebensmitteltechnik sind Ehrungen als Prüfungsbester keine Seltenheit. Zusätzlich bietet Böklunder das Duale Studium Bachelor of Arts (BWL) an. Dabei werden Teilnehmer auf die Übernahme von Führungsverantwortung und die Leitung von Projekten vorbereitet. Praktikanten und Diplomanden bekommen die Chance, studienbegleitend Berufserfahrungen in anspruchsvollen Projekten zu sammeln. Weitere Informationen unter: www.boeklunder.de

Die Komplexität der Prozesse bei der Entwicklung, Vermarktung und Bereitstellung von Lebensmitteln und Getränken erfordert den Einsatz interdisziplinärer Fachleute.


Quelle: DLG Lebensmittel Karriere-Guide, Ausgabe 2018/2019